Zonic Radio Show Nord 19.01.2012 – Interplanetarische Luchsöhrchenlounge

Plattenspieler, Vinyl, Turntables, Drone RecordsHeute am Radio: aufmerksame, vom langen Regentag ganz dampfige Zuhörerchens (wenn man gerade nicht gendern mag, einfach diminuieren!) mit lieblichen Luchsöhrchen, die etwas von den Sternen (neues Mini-Album), von der Spree/Krems/Elbe/Elfenbeinküste (Couper Decaler électronique), Klänge aus der interplanetarischen Robotik-Kosmothek, ramdösigen Wiegenliederlärm sowie exclusive Behind-The-Scene-Einblicke in die Recording Session des Schwips&Gospel-Begleitungschors der Donkey Princess erlauschen möchten.

Aus dem Hause Ed Banger, dieser Heimstatt brülllauter Nervensägenmusik für vorlaute Hipsterclowns, kann auch Musik mit Witz und historischem Bewusstsein stammen. Mickey Moonlight kajohlt auf den Pfaden von Sun Ra und Co. durch kosmisches Wunderland zwischen Synth-Pop und Weltraumjazz.

Dazu ein kurzer Ausblick auf eine zukünftige Sondersendestrecke zu Editions Mego.

Nachhören

Die Sendung kann hier in der Mediathek der Medienanstalt M-V als Audiostream nachgehört werden.

Playliste

Zwanie Johnson – Golden Song (DJ Koze Remix)
Pudel Produkte 15
Staatsakt

Elvis Presley – They Remind Me Too Much
Elvis Presley – Elvis Aron Presley: 1955 – 1980, 25 Anniversary Limited Edition
RCA

Stellar OM Source – Energy
Energy
Big Love / Stellar OM Source

Mickey Moonlight – Changalaxy
Mickey Moonlight And The Time Axis Manipulation Corporation
Ed Banger / Because

Mickey Moonlight – Welcome Aboard…
Mickey Moonlight And The Time Axis Manipulation Corporation
Ed Banger / Because

Mickey Moonlight – Interplanetary Music
Mickey Moonlight And The Time Axis Manipulation Corporation
Ed Banger / Because

Mickey Moonlight – The Curse Of Greyface
Mickey Moonlight And The Time Axis Manipulation Corporation
Ed Banger / Because

Sun Ra – Stardust For Tomorrow
Somewhere Else
Zensor

New Black: Couper Decaler Électronique – Place (Gadoukou la Star, Ted Gaier, Timor Lietzenberger, Mense Reents)
V. A. – New Black: Couper Decaler Électronique
Buback / Gintersdorfer&Klaßen

New Black: Couper Decaler Électronique – Hell Before Hell (SKelly, Champy Kilo, Melissa Logan, Ted Gaier)
V. A. – New Black: Couper Decaler Électronique
Buback / Gintersdorfer&Klaßen

N.R.F.B – Nuclear Raped Fuck Bomb
N.R.F.B – Nuclear Raped Fuck Bomb
Major Label

Faust – Lost Your Signal (Bo Ningen Remix)
Tell The Bitch To Go Home 12″
Clouds Hill ltd.

Ted Gaier / Mense Reents – Vom Erbe Das Wir Mit Den Fäusten Ausschlagen Wollen
V. A. – Tribute to Gustav Metzger
Intermedium Rec. / Strunz!

Lumiéres Claires – Ellipsoid (Hummingbird Rework Intrumental by Huey Walker)
-
-

Dave Bixby – Morning Sun
Ode To Quetzalcoatl
Guerssen

Bobby Darin – All By Myself
Oh! Look At Me Now
Capitol

Kleinstadtsuffis United – Diskussion über den Infinitiv in der Abwandlung des choralen Refrains von Mr. Vain
Sessionaufnahme
-

Rocko Schamoni – Der Mond (Atom Heart Remix)
Pudel Produkte 15
Staatsakt

Die Sterne – Inseln
Für Anfänger
Materie / Snowhite

Halma – Soft Shell
Dissolved Solids
Sunday Service

Loops Of Your Heart – Little You, You Should Develop
And Never Ending Nights
Magazine / Kompakt

Jürgen Müller – Meeresbett Meditation (Sea Bed Meditation)
Science Of The Sea
Editions Mego

Mark McGuire – Alma (Reprise) / Chances Are
Get Lost
Editions Mego

Jürgen Müller – Meergrün (Sea Green)
Science Of The Sea
Editions Mego

Huey Walker – Aloha Vera II
-
-

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Zonic Radio Show Nord 01.09.2011 – Kahle Outsider-Blues-Skelette, Cosmic Neu- und Alt-Folk … und Mäuse (nachgereicht und playgelistet)

Der Herbst, diese Herrenstrumpfhose unter den Jahreszeiten, raschelt sich mal wieder in seiner gedeckten Buntheit in die Straßenzüge. Kinder mit Riesentornistern zerwühlen leidenschaftlich die geharkten Blätterhaufen am Wegesrand, morgens hängt Nebel über den Regenrinnen und Igelfamilien scharwenzeln betulich durchs müllbehangene Wegesrandgestrüpp. Die Zonic Radio Show Nord begeht am heutigen Tage eine kastanienduftige, musikalische Herbstgala. Kickende Igel-Snares, körniges Waldgewuschel und nappalederne Monotonie.

Vinyls von Trouble Books & Mark Mcguire, Talon's“The day with its cares and perplexities is ended and the night is now upon us. The night should be a time of peace and tranquility, a time to relax and be calm. We have need of a soothing story to banish the disturbing thoughts of the day, to set at rest our troubled minds, and put at ease our ruffled spirits” (Samuel M. Johnson: Lovers on a Park Bench)

In das pittoreske Spiel der Farbumwälzungen des frühen Spätjahres fällt an diesem Donnerstag eine gar kosmisch-kreiselnde Ausgabe der Zonic Radio Show Nord. Mit neuen Veröffentlichungen der Trouble Books und Popol Vuh gibt es zweierlei Gruppen pulsierender Drone-Mäander zu hören – die einen aus dem Jetzt, die anderen aus grüner Wald-Vibes-Vorzeit, gewissermaßen als Mitwegbereiter dessen, was man dann irgendwann Kraut- mit welchen Suffixen auch immer nannte: -rock, -pop, -techno, -salat... .

Ein folk-verschaltes Herrengedeck: die trockenen Bluesleidenslieder des Jandek

Jandek, seineszeichens Repräsentant (hierbei wichtig zu erwähnen, da der Musiker sich nicht mit dem Künstlernamen gleichgesetzt wissen will, komplizierte Sache, konzeptionelle Strenge, lalilala) der Corwood Industries, veröffentlicht mit “Where Do You Go From Here” sein ungefähr 78. Album. Seit nunmehr 30 Jahren maunzt, jault, twangt und bluest er sich durch die öden Brachlandschaften seines Inneren. Spleenige Mailinglisten versuchen dem Mysterium auf die Schliche zu kommen. Ist das nun also alles hart durchkonzeptioniertes, arty Outsider-Geonkel oder tatsächlich irgendwie otherworldly Bluesgerippe aus der durstigen Schrumpelseele eines vom amerikanischen Traum enttäuschten?

Otherworldly Odd-Blues

Im Jahr 2004 trat Jandek erstmals auch live auf. Seither teilte er die Bretter, die die Bühne bedeuten schon mit Indie-Hereon wie Mike Watt (Minutemen, fIREHOSE, Dos u.a.) und Loren Connors (auch schon mit Jim O’Rourke, Alan Licht und gar John Fahey musiziert). In 2011 ließ sich Jandek bereits handgezählte mehrere Male auf amerikanischen Bühnen blicken. Einige Live-Videoschnippsel sind bei youtube zu sehen. “Where Do You Go From Here” knüpft ungefähr bei “Glasgow Monday” einem Jandek-Album von 2006 an. Klavier, Flöte, Windspiel und ein roter Jazzfaden bestimmen die Stücke. Auf vielen seiner Alben rumpelt sich Jandek in dengelnd dissonantem Single-Notes-Gestolper durchs fruchtbare Ödland der Innerlichkeit (Musikrezensenten: die Erbauer der porösesten Vergleichslehmburgen…). Mehr einem stream of consciousness, denn einer festen Idee von Song folgend. In diesem Sinne ist Jandek immer schon im herkömmlichsten Sinne bluesy: ein Mann, seine Gitarre, seine Seele und was davon übrig blieb – alles latent out of tune.

Jandek - "One Foot In The North" (Cover)

Jandek - "One Foot In The North" (Cover)

Auch sein aktuelles Album ist eher als Stückreigen, denn als Songsammlung zu verstehen – alle Stücke sind schlicht mit “Part 1″ bis “Part 12″ betitelt. Regelrecht anschmiegsame, melodische Tongebilde entspinnen sich aus den Improvisationen, die allesamt einen luftigen, ja hippieesken Vibe atmen. In der Jandek-Welt ist dieses hier ein richtig schönes Album. Das Tragische und Auszeichnende an Jandek ist, dass er Feuilletonmusik macht, von der das Feuilleton keine Notiz nimmt. Vielleicht fehlt bisher auch ein zusammenfassendes Essay über das Ding Jandek. Egal, die nächste Jandek-Veröffentlichung mit der Katalognummer 0806 steht bereits in der Warteschlange.

Trouble Books mit krautigen Trabbelhooks

Die Trouble Books aus Cleveland, Ohio tauchten vor einigen Jahren mit einem kontemplativ funkelnden Space-Folk-Album auf. In Zeiten, in denen jeder Pups auf einem Anrufbeantworter als neue, weirde Folk-Verheißung gefeiert wird, stechen Keith Freund and Linda Lejsovka mit ihren ebenso psychedelischen, wie auch kunstbegabten Veröffentlichungen hier angenehm heraus. Statt kautzigem Mode-Gerumpel in banhartscher oder galloscher Blaupausenprägung greifen die Trouble Books ein ganz anderes musikhistorisches Wollknäuel am Faden und spinnen die krautige Wald-und-Wiesen-Psychedelia vergangener Jahrzehnte fort.

Trouble Books & Mark McGuire (Coverartwork, Photo: Charlie Wagers)

Junge Klangreisende heute: Trouble Books & Mark McGuire (Coverartwork, Photo: Charlie Wagers)

Nun spielten sie, zusammen mit Mark McGuire eine klangliche Kollaboration ein. Auf dem schlicht “Trouble Books & Mark McGuire” betitelten Album schichten die Musiker hier, in flauschiger Spontancollage, Fläche auf Fläche und kreieren melodische Selbstläufer, in flaumigem Frequenzwolkenwetter dahinschwebend. Hier und da sind einigermaßen klassische Gitarrenläufe erkennbar, verschwinden aber alsbald wieder im süßen Brei aus Sound.

Vollkaleidoskopische Folk&Synthkaskaden

Keine Folkmusik im klassischen, volksnahen Storyteller-Sinn also, eher verhuscht-versponnene Soundwaben-Ineinanderstaffelung, mit Mitteln des Do-It-Yourself und letztlich – in Dimensionen von Lo-Fi und Kleinstlabel-Netzwerken denkend und operierend – irgendwie auch (Anti)-Folk.

Popol Vuh - Affenstunde (Coverartwork)

Junge Klangreisende damals: Popol Vuh - Affenstunde (Coverartwork)

Wenn sie dann alle miteinander in soothing Sounds und Scapes und Singsang verfallen, scheint der Spirit alter Klangkollektivisten wie Popol Vuh, Cluster und Co. auf. Schwummrige Wald-und-Wiesen-Klangfahrt. Zuweilen blitzen sweepy Effektschraubereien auf, leiern sich moogy Synthesizer-Verspulungen ins betuliche Geäst aus Musik. Weiches Valium-Feeling. Butterwiesenblumen. Große kosmisch-wandernde Droneverschleifungen mit glitzernden Synthesizer-Ausbeulungen und verschlängelten Gitarrengräten, die das Ganze krautig, hypnotisch, pulsierend nach vorn treiben. Acht wunderbare Klangstücke, erschienen bei Bark and Hiss / Wagon.

Wieder besucht und neu gemischt: Popol Vuh

Und wie es der Zufall (bzw. der hier Schreibende, als Freund von Verdrahtung und Verknüpfung) will, stehen Popol Vuh jetzt mir einer 2-CD-Retrospektive im Laden. “Popol Vuh – Revisited & Remixed 1970-1999″ vereint auf dem einen Silberling allerlei Stücke aus den im Titel eingegrenzten Schaffensjahrzehnten der Band und präsentiert auf CD 2 Reinterpretationen so namhafter Leute wie Stereolab, Mouse On Mars, Moritz von Oswald und Mika Vainio (Pan Sonic, Vladislav Delay Quartet, Orchestra Guacamole u.a.) – deren jeweilige Œuvres sich ohnehin stark beeinflusst zeigen, von den Freigeistern der Repetetivität und Monotonie, die nicht nur Popol Vuh (t Florian Fricke, Holger Trülzsch, Frank Fiedler und mit den Jahren eine Schar vieler anderer) und Co. einst aus den Kellern ihrer Synthesizer ließen – spinnen hier den Krautgroove konsequent fort.

Nachhören

Die Sendung kann hier in der Mediathek der Medienanstalt M-V als Audiostream nachgehört werden.

Playliste

Johnny Cash The Long Black Veil
Johnny Cash
CBS

Amir Guernica
Vernissage One
Trapez ltd

Hey Wuzlguzl Remix
Summer Of Seven 7″ 3/7
Pingipung

Jandek  Where Do You Go From Here: Part 2
Where Do You Go From Here
Corwood Industries

Jandek Where Do You Go From Here: Part 5
Where Do You Go From Here
Corwood Industries

Senking Untitled (B2)
Senking EP 12″
Karaoke Kalk

Trouble Books & Mark McGuire – Floating Through Summer
Trouble Books & Mark McGuire
Bark and Hiss / Wagon

Trouble Books – Shaky Science
The United Colours Of
Own Records / MIE Music

Trouble Books & Mark McGuire – Uploader’s Destiny
Trouble Books & Mark McGuire
Bark and Hiss / Wagon

Popol Vuh  Gemeinsam Aßen Sie Das Brot
Sei Still, Wisse Ich Bin
Innovative Communication / SPV

Popol Vuh Gärten Pharaos (Dark Development Edit by Moritz von Oswald)
Popol Vuh – Revisited & Remixed 1970-1999
SPV

Popol Vuh Nascita
Popol Vuh – Revisited & Remixed 1970-1999
SPV

Popol Vuh Schnee (Flow Edit by Thomas Fehlmann)
Popol Vuh – Revisited & Remixed 1970-1999
SPV

Trouble Books – Ascending Kidney
Gathered Tones
Own

Lil’ Louis & The World – I Called U (The Conversation)
Roger Sanchez – Choice: A Collection Of Classics
Azuli

Greie Gut Fraktion Mischmaschine (Late Dub by Soulphiction)
Rekonstruktion
Monika Enterprise

Louis Armstrong What A Wonderful World
What A Wonderful World / Dream A Little Dream Of Me 7″
MCA

Talons’ – Natalie
Songs For Babes
Bark And Hiss / Own Records

Talons’ – Maddy
Songs For Babes
Bark And Hiss / Own Records

Talons’ – Rachel
Songs For Babes
Bark And Hiss / Own Records

Donkey Princess Same Song (feat. her Honkey Orchestra)
Live @ Golem, Hamburg
-

Donkey Princess Mr. Vain
Live @ IKuWo, Greifswald, 26.08.2011

Erobique & Robag Wruhme Hier Kommt Die Sonne
V. A. – Nachti Zehn Zoll 10″
Dancitee / MZIN / Nachtdigital

Mäuse – Nichts Ist Besser Als Gar Nichts
Nichts Ist Besser Als Mäuse
Angelika Köhlermann

Television Personalities – A Memory Is Better Than Nothing
A Memory Is Better Than Nothing
Rocket Girl

Talons’ – Sam
Songs For Babes
Bark And Hiss / Own Records

Trouble Books Tolans
Endless Pool EP 12″
MIE Music

Donovan – There’s A Mountain
Atlantis / There Is A Mountain 7″
Epic

Daniel Knox Ghost Song
Evryman For Himself
La Société Expéditionnaire

Œuvre

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Komik, Quatschkopfzeug und Kaufmannsladen #01

Heute im Einkaufsladen: für angehende Blindwürmer, Gigantomanen und Kontrollfreaks. 2012 wird alles noch größer!

Heute im Einkaufsladen: für angehende Blindwürmer, Gigantomanen und Kontrollfreaks. 2012 wird alles noch größer!

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Zonic Radio Show Nord 05.01.2012 – Donnergekuppelter Rückverzauberungs-Shoegaze in der Schaltplanschmiede

Nachdem alle Vorsätze zur neujährlichen Eigenerquickung und alle Belebtheitsversuche in einem mehrtägigen Silvesterkater zersumpft sind, kann es nun dann doch endlich losgehen mit 2012.

Das in allerhand Belangen seltsam zerfranste Jahr 2011 taucht in der ersten Zonic Radio Show Nord des neuen Jahres auch nocheinmal auf und kommt mit nachgeschobenen Veröffentlichungen diverser Protagonisten der experimentell-elektronisch bis elegischen Musik zu Gehör.

Wolfgang Voigt ist für alles gewappnet. Hier posiert er als Ceshire Cat vor dem Wappen der "Speicher"-Reihe aus dem Kölner Hause Kompakt.

Wolfgang Voigt ist für alles gewappnet. Hier posiert er als Cheshire Cat vor dem Wappen der "Speicher"-Reihe aus dem Kölner Hause Kompakt.

Da wäre zum einen der Wolfgang:
Wolfgang Voigt hat sich in den letzten Jahren, ach was Jahrzehnten, zum klassischen Projektemacher herausgeschält. Unter verschiedenen Titeln veröffentlicht er Serien von Tonträgern, allesamt mit ganz eigenen, oftmals monothematisch recht streng eingegrenzten Approaches und Setups. Für seine “Kafkatrax” verwendete er beispielsweise ausschließlich Samples aus einem Kafkahörbuch, die er in-, auf- und umeinander schichtete und so ein Soundergebnis zwischen traumwandlerischem Gezischel und holzsturem Geholper generierte. Jetzt erschienen die vormals auf limitierten 12″ veröffentlichten Stücke auf einer zusammenfassenden CD.

Einer limitierten Auflage von 200 Stück liegt gleich ein ganzes, zweites Album bei: “Rückverzauberung 4″ ist die Fortsetzung einer anderern Veröffentlichungsreihe, die er zuvor bereits auf Vinyl und auf einem “Pop Ambient”-Release auf Kompakt veröffentlichte. Die vierte Rückverzauberung imaginiert sich und die Hörerschaft in ein verspultes Klanggehölz mit borkbemoosten Verästelungen. Manchmal haut es ins Disharmonische, findet aber immer wieder in einen fließenden, oft wipfelwaldig wunderlichen Plätschergroove zurück und knüpft stilistisch an seine Releases unter dem Namen Gas an.

Kakophonische, wie vorbeiziehende, von Ferne hergewehte Musiken fröhlich  vagabundierender Spielzüge zerwirbeln sich in Licht- und Klangschimmer, umwandert von Soundfaun und Geräuschwesen, durch sumpfige Haine irrend. Flackernd bricht sich letztes Tageslicht in gegabelter Baumarchitektur, lalilala – Wolfgang Voigt mittendrin als bleck grinsende Cheshire Cat vorstellbar. Ein bisschen Drogenrausch, ein bisschen Konzeptkunstkram, ein bisschen Zauber. Es glurpst und swingt im Voigtschen Walde. Die Strenge manch anderer Veröffentlichungen des Kompakt-Mitbegründers tritt hier zugunsten einer weicheren, verwischteren Psychedelik zurück. Erst hier, im Langspielformat, entfaltet das Projekt Rückverzauberung seine ganze Wirkweise: berückend, bezaubernd, luzid.

Shoegaze in Schaltplänen

Axel Willner alias "The Field"

Axel Willner alias "The Field"

Zum anderen hätten wir da auch den Axel. Der Axel veröffentlicht auch auf Kompakt. 2011 erschien unter seinem Künstleralias The Field sein zweites Album  “Looping State of Mind”minimalistisches Loop-Hullahoop mit den warmen Klangfarben alter Sampler, Synthesizer und Samtpullover.

Nun, Ende Januar, veröffentlicht Axel Willner ein neues Album unter dem Projektnamen Loops Of Your Heart.
“And Never Ending Nights” enthält gerade mal sieben Stücke und widmet sich – noch mehr als The Field – den flächenhaften Klängen. Es ist hier ein angenehmes Non-Jawoll-Album geworden. Um meist nicht viel mehr als ein Hook, einen Leitliniengroove oder ein verhopstes Loop wird hier – direkt aus dem titelgebenden Heart heraus – warmes Vorwärtswabern und wummern sequenziert. Ebenso wie bei The Field hats auch hier die menschgemachten Ungereimt- und Verspultheiten drin. Statt autogewarpter Ableton-Straightness erlaubt sich Axel Willner immer auch die kleinen netten Dinger, die man Fehler nennt und die nun eben also genau jene kleinen Handwerkerlein sind, die Dinge erst interessant machen und Grooves erschaffen – im wortwörtlichen Sinne also Einkerbungen, Einschürfungen, ja Einmeißelungen im Ohr, im Kopf, im Herzilein oder wie das Ding heisst, dem diese beiden bajuvarischen Wilden Schlagersamsons einst eine Hymne erdichteten. Loops Of Your Heart, das sind soothing Synthesizer und Shoegaze in Schaltplänen.

Donnergekuppeltes Regenwettergerumpel

Ansonsten in der diesdonnerstäglichen Zonic Radio Show Nord: Robag Wruhme mit seiner “Donnerkuppel” (Eurotrash-Chords treffen auf angesteptes Gefrickel), Efdemin remixt Stella. Bill Wells mit einem unscheinbaren Album-Kleinod namens “Lemondale”, eingespielt mit Leuten aus dem Umfeld der Tenniscoats, Kama Aina und Maher Shalal Hash Baz. Sowie: die wunderbare 15. Veröffentlichung aus der Reihe Pudel Produkte. DJ Koze schmeisst hier allen Geplucker- und Percussion-Trademarksound seiner letzten Releases über Bord und formt Zwanie Johnsons “Golden Song” in einen reduzierten Endlosgänsehäutler um, der leider nicht endlos, sondern nur gute sechs Minuten dauert. Muss man mit um. Am Ende jeder Klassenfahrt hatten auch immer alle geweint, weil es schon vorbei auf einmal war…

Nachhören

Die Sendung kann hier in der Mediathek der Medienanstalt M-V als Audiostream nachgehört werden.

Playliste

Robag Wruhme – Polch Dutto
Donnerkuppel 12″
Kompakt

Stella – Office & Store (Efdemin Remix)
Office & Store (Efdemin Remix) / Thunderbird 12″
Clouds Hill Ltd.

Bill Wells – Toon City
Lemondale
Double Six / Domino

Bill Wells – Invade The Pitch
Lemondale
Double Six / Domino

Asi Mina – Kozica / A Goat
Wybiegły! / Ran Out
Mik.Musik.!.

Mitch & Mitch – Cachorro Exotico
Baaba – Remixas Con Gas
Lado ABC

Ghédalia Tazartès – Ohne Titel
Repas Froid
Pan

Acid Pauli – Marvin
Marvin / The Real Sidney 12″
- / #AP003

Flug 8 – Ito
Liebeslied 12″
Doxa

Robag Wruhme – Donnerkuppel
Donnerkuppel 12″
Kompakt

Zwanie Johnson – Golden Song (DJ Koze Remix)
Pudel Produkte 15
Staatsakt

Bill Wells & Aidan Moffat – Box It Up
Cruel Summer E.P.
Chemikal Underground

Bvdub – Instead I Left You
Songs For A Friend I Left Behind
Distant Noise Records

Wolfgang Voigt – Rückverzauberung 4.1
Kafkatrax / Rückverzauberung 4
Profan

Anita Bryant – My Little Corner Of The World (Edit)
V. A. – Rare Rock N Roll Masters
Goldenlane

Huey Walker – Aloha Vera
-
-

The Field – Burned Out
Looping State Of Mind
Kompakt

Move D feat. Dj Laté – Soon Solitude
Move D feat. Dj Laté – Serge & Josephine EP /w Eddie C’s Reworks
The Exquisite Pain Recordings

Mutter – Von Dem Schönen Schein Und Dem Dummen Sein
Mein Kleiner Krieg
Die Eigene Gesellschaft

Mutter – Der Mensch Ist Eine Traurige Maschine
Mein Kleiner Krieg
Die Eigene Gesellschaft

Andreas Dorau – Katharina
Die Doraus & die Marinas geben offenherzigeAntworten auf brennende Fragen (Re-Release + Bonus)
Bureau B / Ata Tak

Mariola Brillowska – Ich, Klaus Nomi
V. A. – You Don’t Nomi
Rockcity Hamburg e.V.

Wolfgang Voigt – Rückverzauberung 4.9
Kafkatrax / Rückverzauberung 4
Profan

Acid Pauli – The Real Sidney
Marvin / The Real Sidney 12″
- / #AP003

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Kardiologie am Casiokeyboard: Donkey Princess spielt Zuckerfolk von Heart bis Zart

Kardiologie am Casiokeyboard

Ein Waschzetteltext zu Donkey Princess


Wer mag sie nicht: Esel, diese eigenbrötlerischen kleinen Schwestern der Pferde.
Richtig: jeder Mensch mag Esel!

Der verschrobene Yeti-Ritter Reinhold Messner lässt sich seine Bergausrüstung von diesen gutmütigen Einhufern auf die Gipfel schleppen; als Sidekick in der Trickfilmwelt sind sie unschlagbar und Mythen und Märchen schanzen ihnen Rollen von starrsinnigen Trotteln bis hin zu Bremer Bandleadern zu. Esel rufen so schlaue Dinge aus, wie: “Etwas besseres als den Tod finden wir überall!”. Esel genießen Prinzessinenbonus. Niemand käme auf die Idee aus ihnen Wurst zu machen. Aus so manchem Pferd hingegen… aber wir wollen nicht wurstfachsimpeln.

Superheldin mit Schläue und Traute

Donkey Princess live im IKuWO, Greifswald, 26. August 2011 (Foto: Fleischervorstadt-Blog)
Donkey Princess live im IKuWO, Greifswald, 26. August 2011 (Foto: Fleischervorstadt-Blog)

Donkey Princess, das ist eine junge Songschreiberin mit aktuellem Lebensmittelpunkt in Hamburg. Donkey Princess mondsegelt sich in ihren Liedern durch Thementerrains wie Haare, Furcht und Gefühle. Alles schwer bändigbare Dinge des Alltags.

Als ein Teil des Duos „Lumières Claires“ veröffentlichte sie das Album „Please Don’t Focus On My Mistakes. Please Don’t Focus On My Mistakes“. 2009 lieferten sie einen Beitrag für den Sampler „klein stadt GROSS – Schampus gibt’s woanders“. Als bildende Künstlerin widmet sie sich mit herzallerliebstem Konzeptgekrakel und monochromatischem Minimalismus Fragen der Abgründigkeit und anderen Eseleien.

Nun, solo, macht Donkey Princess female-fronted Zuckerfolk – musikalisch zart, melancholisch und zerbrechlich, aber auch mit der Schläue und Traute einer in emotionaler Elendsüberwindung gewandten. Donkey Princess ist ihre eigene Superheldin auf dem Schlachtfeld der Sehnsucht und des Kummers im Zweikammernsystem der Blut- und Gefühlsverwaltung, dem Herzen. Ihre Waffen sind Loops und Liebe. Wie Sailor Moon (deren TV-Erkennungsmelodie sie in ihrem Coverversionenrepertoire hat) wurschtelt sie sich durch die Rätsel des Zwischenmenschlichen, im Kampf für Gerechtigkeit. Alle sollen doch schließlich was von der Mandarine der Mehrsamkeit abkriegen! Niemand soll doch allein sein und ein tumbes Leben führen müssen! Man möchte mit Ausrufezeichen um sich werfen. Regenbogenausrufezeichen!

Stechapfel, Schmählied und Zuckerguss

Von Heart bis Zart: "I Have To Break Your Heart" sagt Donkey Princess

Von Heart bis Zart: "I Have To Break Your Heart" sagt Donkey Princess

Aber doch, oft verhält es sich mehr wie ein Stechapfel: an vielen Tagen bleibt man lieber im Bett (“I Love my bed“), an anderen stürzt man sich wider besseres Wissen, mit wachem Blick, aber Durst nach Leidenschaft in die nächsten Katastrophen der Pärchenlüge*. Donkey Princess ist jedoch keine “Catastrophe Waitress”, wenngleich jener Vibe des Tweepops vom Schlage Belle & Sebastian in ihrem Schaffen mitschwingt. Auch muss man an die ehemaligen Pop Tarts aus Berlin denken. Jene almost-Girls-only-Rumpelcombo  mit Julia Wilton (Bierbeben, Toco-Covocals, hörspieltauglicher Name), Olga-Louise Dommel (überraschungseierfigurentauglicher Name!), Franziska Schwarz (heute Hasendisko-Mama) und Hendrik Hellige (heute bspw. beim Gestalten-Verlag/Kunstkosortium), die mit ihrer naiv-rumpel-rumorigen “Toniiiiight I Turn My Radio On”-Romantik so manche Jugendzimmer schlurflauniger Cordhosenfreunde beseelten. Auch andere Girl-Groups scheinen im Kosmos der Donkey Princess auf – wie die Beatles, denen Donkey Princess mit ihrem „Same Song“ gleich ein neckisches Schmählied spendiert. Überhaupt denkt man an all jene, die es schaffen den großen Gewichtheberworten aus dem bunten Themenkessel Liebe, Lust und Langeweile ein ebenso schillerndes wie auch authentisches Outfit zu geben. Es schlagen viele POPs im Donkey Prinzessinenherz. Kinder-TV-Utopien, verspultes Coco-Rosie-Gemaunz, Gefühlsbankrott, Eurotrash, Kleinstadttristesse und Großstadtexzess, emotionale Murmelchallenges und Tortenschlachten der Gefühle (die Schwerathleten der Gewichtheberworte!) – all das verzahnt Donkey Princess als One-Woman-Supergroup zu zuckergusseisernem Casiofolk.

Niedlichkeit als große Geste, Understatement als Feuerwerk, echte Gefühle als echte Gefühle – dargeboten auf Kinderkeyboard, Glockenspiel, Loopmachine und Ukulele. Die Verstärker sind größer als ihr ganzes Equipment zusammen. Wie bei Manowar, nur anders!

Martin Hiller, November 2011

* Bei all den Querverweisen haben sie nicht mehr hineingepasst: es sei jedoch dringend angemerkt, dass der weltkluge Gestus des Zeterns und Quengelns der zitierten Lassie Singers auch Niederschlag im Hause Donkey Princess gefunden haben muss. So arten Auftritte mit der losen Dilettanten-Backingband „Honkey Orchestra“ auch schonmal in wildes, gegenseitiges Übertrumpfungsgehupe aus, wie es die Lassiesin ihren glanzvollen Momenten auch immer als kulminatives Element in ihren Songs zu verwenden wussten…

Donkey Princess and >>The Honky Orchestra<< (live @golem) by DONKEY PRINCESS

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"Kardiologie am Casio-Keyboard" - Donkey Princess, Pressetext - Download PDF

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Meine Witzekladde ist mein Schwert

In der hillerschen Witzeküche brodelt es wieder: Currently working on an Anderthalbminüter zum Oneliner “Berichterstattung ist nicht zu verwechseln mit Richterbestattung.” – Bully Herbig fällt das Froschgrinsen aus dem Gesicht und Klaas und Joko kacken sich schon ein, aus Angst!

Meine Witzekladde ist mein Schwert!

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Zauberzigaretten

Ich gerate mit meiner Karriere als Raucher etwas ins Trudeln. Mein Rauchverhalten hat sich meinem Ausgehverhalten angenähert. Ich rauche nur, wenn ich ausgehe. Ich gehe seltener aus, ich rauche weniger. Die neuen Ausgeher sind immer so übertönt gut gelaunt. Es braucht wieder mehr barsche Grumpelromantik im Ausgehen. Sucht man dieses in den Kneipen der Stadt, findet man oft leider nur traurige Tresenhocker, raumgreifende Selbstüberschätzer und anstrengend laute Runden. Zuhause ist es irgendwie doch auch herrlich schön.

Wenn ich dann ausgehe und rauche wird mir schlecht, weil ich keine Zigaretten mehr vertrage. Ich muss das Rauchen wieder üben.

Und wenn ich dann Helmut Schmidt in Talkshows rauchen sehe, denk ich: wie macht der das? Wird ihm nicht himmelhoch übel und duselig?
Ich glaube er raucht Zauberzigaretten.

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Top-Job Suchbegriffe ausdenken oder: Quartalsbloggerlethargie und Bassisten-Karstens

Beschaut man mal die Suchbegriffe, die die Leute auf den eigenen blog führen, darf man sich doch manchmal wundern – zum einen, ob man schon wieder irgendetwas in Sachen Suchmaschinenoptimierung nicht verstanden und falsch gemacht hat, sprich: stümperhaftes Tagging, schlechte interne Link-Infrastruktur und eine SQL-Datenbank im Schneckentempo. SEO-Dilettant, Ungeflattrter. Typisches Resultat eigener Quartalsbloggerlethargie.

Bloggen: Mitteilsamkeit als Krankheit, Krankheit als Weg, weg von sich selbst, rein ins Internet, in die Stats & Rankings, ins Zwitschern des WWW.
Blogger: die neuen Wandzeitungsmacher.

Top-Suchbegriff heute: “karsten bassist band foto”.

Ein allweites Sehnsuchtsszenario macht sich da sofort auf. Verwehte Musikerlandliebe. Oh, dieser Karsten, ob sie wohl jemals sein Foto im Internet findet? Unter all den anderen Karstens.

Sie hatte sie letztens erst auf dem Eggerdinger Schützenfest gesehen: diese amtliche Scorpions-Coverband “Scorps vom Dorp”. In herzbummpernder Begeisterungsrage  spitze sie beim bekannten Bandvorstellungsprozedere in der instrumentalen Passage des vorletzten Liedes die Ohren und lauschte wartend auf den Namen des Bassisten. Malte der Keyboarder, Bernie der Drummer, Jochen “Joe” Glaser an der Rhytmusgitarre, Ingo an den Solo-Angeber-Saiten und - Karsten am Bass.

Karsten, dieser großgewachsene, ehemals dickhalsige, jetzt krankhaft ins Baumborkige  sich schlank gehungert habende, ausgemergelte Tropf. Karsten, ein klassisches Sportuntterichtopfer. Einer, den die Jungs mit heruntergelassener Hose in die Mädchenumkleidekabinen schleiften und hinwarfen, wie einen geschossenen Truthahn. Einer, der mit Medizinbällen beworfen wurde. Einer, dessen Rolle-Rückwärts einem Igel im Versuch der Selbstumkrempelung glich. Einer, der im Stufenkasten eingebaut wurde – wie gefühlskalte Hausbauer totgefahrene Mai-Katzen  in ihre Eigenheimwände einbetonieren – und wimmernd darin verharrte bis Sportlehrer Wutzkow dem Spiel des pubertierenden Lynchmobs ein Ende bereitete. Kasten hat man Karsten deshalb auch gern genannt. Heute ist Karsten drahtig wie eine Gottesanbeterin.

Auch ist Karsten heute also Bassist bei “Scorps vom Dorp”. Er fühlt sich dort wohl und hat seine Alkoholsucht ganz gut im Griff. In seiner Garage baut er alte Fernseher auseinander, auf dem Bandfoto trägt er ein T-Shirt der Sorte “Bier hat diesen Körper blablabla” und  jedes Mal, wenn er mal bei Mutti zu Besuch ist, hadert er mit seinem sexuellen Coming-Out. Er würde sich so gern von der Last dieses Geheimnisses befreien. Es hat mit Katzen und Kasten zu tun.

Top-Suchbegriff gestern: “Amputierter Junge mit Krawatte”.
Was folgt daraus für meinen blog? Medizinisch verwegenes Informationsportal für stilbewusste Halsdekorateure?
Wie bezeichnend.

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New Track: Huey Walker – “Old Summer (Exc. 3)”

Huey Walker - Old Summer (Exc. 3)

Old Summer (Exc. 3) by Huey Walker

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Zonic Radio Show Nord im Herbst wieder regelmäßig on Air

Wer kennt das nicht?
Man kennt das ja: es ist Herbst, es wird sich zuhause wieder eingemurmelt. Mit Verwandten, Knabberspaß und sogar dem trägen Sabberhund bezieht die Familie Stellung vor dem Entertainmentempfangsgerät.

Die Unterhaltungsrakete mit Wettergarantie. Die zündet immer. Hausfriedenstifter und Streitschlichter selbst an den düstersten Wintersamstagen. Wo eben noch Streit und Zank  um die Zubereitung des Gewürztees und die zu verwendenden Drachenbastelmaterialen am Zaune prangten, herrscht jetzt große Harmonie.

Einer schlägt ein Ei mit einem Kran auf, ein anderer hustet Waldbrände aus. Thomas Gottschalk verliert die Saalwette und muss sich mit Kuhdung bewerfen lassen. Frenetischer Jubel und geiferndes Feixen auf dem Familiensofa. Kollektive Erruptionen der Freude. Ein Kneippgang für die Seele.

Zonic Radio Show Nord - im Studio, Martin Hiller, Greifswald, radio 98eins
Auch die Zonic Radio Show Nord schickt sich, ähnlich (nur komplett anders) der irrwitzigen Wettshow im Zweiten, nun wieder in gewohnter Regelmäßigkeit an, besinnliche, zerknirschende, kaputte und warmwürzig-kratzige Sounds und Klänge durch den Äther zu schicken. Die Zonic Radio Show sendet in ihrer Nord-Variante jetzt wieder alle zwei Wochen, an den Donnerstagen der ungeraden Kalenderwochen, auf radio 98eins.

Noch die Playlisten für die Sendungen vom 07.07.2011, 04.08.2011 und 01.09.2011 schuldig, soll hier schonmal ein bunter Wurf Namen als glutheiße Appetizer gedropt werden: Mutter aus Berlin mit ihrem neuen Album “Mein kleiner Krieg” (just ein gutes Jahr nach “Trinken Singen Schießen”). Heavy-Rotation-Dauergast Loren Mazzacane Connors mit neuem 5-Track-Epos “Red Mars” sowie Haunted House (Loren Connors, Suzanne Langille, Neel Murgai und Andrew Burnes) mit ihrem – nach zehn Jahren – zweiten Album “Blue Ghost Blues”. Ausserdem: Arthur Russell mit neu-alter EP auf Audika Records, die personell supergroup-haft besetzte Nuclear Raped Fuck Bomb (Mense Reents, Jens Rachut, Frankie Stubbs, Thomas Wenzel) mit Knallchargen-Stilmix-Kurzalbum von Eurodance-Arpeggios bis Punkgescheuer. Matthew Robert Cooper (besser bekannt als Eluvium) & Peter Broderick mit gemeinsamer Lathe-Cut-5inch, David Lynch mit neuem Album im November und und und.

Tune in:
Zonic Radio Show Nord
Ab dem 13.10.2011 alle zwei Wochen auf radio 98eins, im livestream, sowie danach als Audiostream in der Mediathek der Medienanstalt M-V.

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