| Auch ich bin jetzt unter die Soundcloud-Wolkensurfer gegangen.
Passend dazu ein sommerlicher Mix, den man nicht trinken, aber hören kann. Es geht dabei mehr um die halbsomnischen, aber auch, mit 4/4-wanderwalzenden Leichtfuss-Grooves, um die schläfrig-vergnügten Sommervibrationen … weniger um den Sangria-Haudrauf-Bratwurstgesicht-Sommer. … für den Dösfloor sozusagen. |
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| Lofi Deluxe – Zilpzalp Schachtelhalm und Trafomasten – Mix, Juli 2010 by lofideluxe |
| Ein Flair von Brathähnchen und Legebatterien weht über die Strände. Vor den Theken der Strandbars scheuern sich Schmärbäuche an halboffenen Hawaiihemden. In Freiluftbädern hauen sich Hitzige die Köpfe ein. Der Teer auf den Straßen dampft und wirft Blasen. Zeit der Ernte. Zeit der Feuerwanzen. Die 99cent-Flip-Flops rutschen bei jedem Schritt unter den Füßen weg. Hundstage.
Nachts wird es kaum anders und auch kaum kühl. Regelrechte Krötennächte. Nils Koppruchs erste Auskopplung aus seinem neuen Album nennt sich “Kirschen (Wenn Der Sommer Kommt)” und besingt die Jahreszeit mit einer adretten Mischung aus Sommerfrische, Rumtreiberspleen und Hank-Williams’scher “I’ll Never Get Out of This World Alive“-Attitüde. Sein neues Album “Caruso” erscheint im August, dem Monat der Goldähren und Feldentstellung. Es ist sein zweites Soloalbum nach Fink, die in den Neunzigern neben Bands wie Cow, Halma und dem Jim Wayne Swingtett mal das mitprägten, was sich selbst – um die Blödsinns-Formel “Alternative Country” zu umgehen – “Kantrie” als Genrebegriff schuf und auf dem Rundumschlags-Sampler “Land of the Kantrie Giants” musikalisch zementierte. Nachdem Fink gegen Bandende Experimente mit Sampling wagten und eine Art grobgeschnitzten Electro-Shuffle-Folk kreierten und Koppruchs erstes Soloalbum “Den Teufel tun” ungewohnte Düsternis verströmte, stimmt die erste Singleauskopplung des neuen Albums wieder altbekannte Songwriter-Klänge zwischen Americana und Rumpelchanson an. Gleichermaßen schmissig wie mürrisch. |
| Schauen sie hier, hören sie Sendung, seien sie synästhetisch: | |||
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| Charles Stanyan, ebenfalls auf “Peeling” vertreten, nimmt sich auf seiner EP “Shipwreck Joy” Stücke von Matthew Robert Cooper, Ponytail und Madagascar vor und manipuliert, retuschiert und zerstückelt sie live von Vinyl. Tonarm und Nadel arbeiten hier hörbar am Material, es knistert und knarzt verwegen – jenseits irgendwelcher sequenzierten Patternkorsette.
Sinebag aus Leipzig kreiert in seinen Akustik-Sound-Gebilden zwischen Field Recordings und Folkandeutungen ähnlich ungreifbare und dabei doch ganz gegenwärtige, headphone-affine Klangkaleidoskope. Klangkinematografien von Berg und Tal. Tempo und Anti-Tempo. Techno und Zilpzalp. Lappen und Seife. Scheuern und Schrubben. Vertonte Frühstückskrümel und Trafomastenromantik. Klopfzeichen, Keiner da. Im Sandkasten Förmchen, vom letzten Jahr noch. Durchwirkt ist dieser Sack aus fliegend-flüchtigen Tönen von 4/4-Wahnwitz-Grooves in nichtgewellter Postpunk-Ästhetik. Dieses mal walzern sich unter anderem Peter Gordons Love of Life Orchestra, Coato Mundi und Offen-Ozeanisches aus dem Hause Ocean Club unter die oben erwähnten Schachtelhalmmusiken. |
| Zonic Radio Show Nord Zilpzalp, Schachtelhalm und Trafomasten Groovetransmitter und Geräuschgewitter Do. 15. Juli 2010, 20 Uhr radio 98eins |
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Post-fusionale, anti-gravitierende KlangschmelzeNun, da sich der Reigen unter dem mild wattierten Ferienlagerkommunismushimmel gelegt hat, ein paar aktuelle und nachgeholte Sendesignale aus dem Nordquartier der Zonic Radio Show. Deine Sommerlektüre, lieber Leser – sei es mal wieder Nabokovs Lolita zu lesen, oder sich in einem süßlich-ausschweifenden García Márquez einzunisten – kann nach hinten geschoben werden, denn diese kurze Sendungsankündigung ist nun etwas länger geworden. Einerseits …Auf der einen Seite gibt es aktuell-akute Veröffentlichungen tenoral elektronischer Natur: Statt bräsiger Sommerlochstille gibt es flimmerndes Selbstverschluckungsglucksen und sinusgewellte Spoken-Kraut-Elypsen von Alva Noto & Blixa Bargeld, torfig-weichen Romantiktechno von Efdemin und den Tinkerbell-Dubstep von Mount Kimbie, geremixt auf zwei 12″-Scheibletten. DJ Koze veröffentlicht auf seinem eigenen Pampa-Label seine “Rue Burnout” EP. Drauf ist ein Stück namens “Blume der Nacht”. Eine Art Gärtner-Groovetech – moosiges Klavier-Sample in schwimmender Vokalsuppe. Ausserdem neues aus dem Hause Traum Schallplatten – flotte Tanzmusik im 4/4-Takt. Minimal-Techno mit maximalen Erfolgen. Kurzreviews zu den Juli/August-Veröffentlichungen an anderer Stelle bald hier im blog. … andererseitsAuf der anderen Seite geht es an diesem Donnerstag ans Handgemachte. Es tönt ja die schlaue Floskel “Was lange gut ist, wird endlich wert”, oder so ähnlich. Unter dieser Idee bzw. nach dieser selbst auferlegten Illusion funktionieren seit Jahren schon die Television Personalities. Ihr neues Album ist im Gegensatz zu aktuellen Reunions von Pavement und Dinosaur Jr. nicht die hunderttausendste Wiedergeburt von Independent-Lofi-Gerumpel sondern vielmehr Resultat eines beständigen Immerweitermachens. Das jedenfalls – weiter – machen die unkaputtbaren und dabei doch immer irgendwie lädiert klingenden Television Personalities um das einzig Konstante Mitglied Dan Treacy seit unaufhaltbaren Dekaden – gegründet lange vor Internet. |
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Sie sind, wie Fuck, mit Mitgliedern aus Portland, Oakland, New Orleans und dem italienischen Bologna sowie Sport aus Hamburg, eine schlecht googlebare Band. Hielten die Beatles heute nicht ihr eigenes Popkultur-Monopol inne (Happy B’day Ringo), würden Suchmaschinen statt Informationen über die fabulösen Vier zuvorderst wohl Wissenswertes über die ebenso benannte Hunderasse ausspucken. Dan Treacy und seine Formation eiertanzen seit ihrer frühen EP “Where’s Bill Grundy Now” von 1978 bis heute beharrlich zwischen Genius und Gestolper, mit Mitteln von Punk, Kraut und, ja, Schnaps. |
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livin’ la vida launischDie Vita der TV Personalities ist eine – den DIY-Umständen geschuldet – stetige, wie wankelmütige; gezeichnet von wechselnden Bandbesetzungen und zeitweisem Schwund in der Versenkung. Die Urbesetzung zerfaserte sich bereits vor dem ersten Album “And don’t the kids just love it” (Rough Trade, 1981), sollte aber über die Jahre wieder an Knotenpunkten zusammen finden. Seit mehr als 3 Jahrzehnten Punk im besten Sinn von Do-It-Yourself und Anti-Popularität. 1984 stieß Jowe Head von den Swell Maps hinzu, der hier später noch, durch seine dortige Gastmitgliedschaft, den Bogen zu einer Berliner Irgendwie-Folk-Girl-Gruppe schlagen wird. Ende der 90er Jahre zerfransten sich die TV Personalities für längere Zeit und gerieten aus dem Fokus des popkulturellen Interesses. Im aufkeimenden Internet hütete eine Fanschar jedoch den Kult und das Oeuvre mit akribischer Katalogarbeit. Hätte Hätte Hätte, Könnte Könnte KönnteEine Best-Of-Kompilation der Truppe nennt sich “They could have been bigger than the Beatles!”. Konjunktiv als Ausdruck der Verweigerung oder als Resumé verpasster Möglichkeiten? Eine Mischung, will man sagen. |
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Im Spannungsfeld aus Verzückung und Verzweiflung bewegen sich die TV Personalities auch im 30. Jahr ihres Daseins. Die im letzten Jahr erschienene 7″ “People Think That We’re Strange” fing abermals beharrliches Weltfremdeln in Worte ein, wie taumelnde Schmetterlinge im Hinkflug. Auch tough guys wie Dan Treacy in ihren 50ern haben zu knabbern. Nicht Erdnüsse, sondern erdige Neurosen und echte Probleme mit Drogen und Geld. |
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2004 wandte sich Dan Treacy mit einer flammenden Mail aus dem Gefängnis an die von Fans initiierte Yahoo-Diskussions-Gruppe. Hinter Gittern, wo er Haftstrafen für Drogen- und Diebstahldelikte verbüßte, hatte er das wieder entdeckt, was ihm seit einigen Jahren verlustig gegangen war: Lust auf Musik. Neue Songs waren bereits geschrieben, jedoch keinerlei Equipment vorhanden. Von Fans organisierte Benefiz-Veranstaltungen sammelten das Geld dafür zusammen. Dan Treacy trat, aus dem Gefängnis entlassen, wieder live auf – erstmals wieder mit Gründungsmitglied Edward Ball. Ein Signing bei Domino Records ermöglichte 2006 die Veröffentlichung des Albums “My Dark Places” – dem Titel gemäß eine Forschung an eigenen Abgründen. Anderthalb Jahre später erschien der Nachfolger mit Stücken der selben Aufnahmesessions, die, um einige Overdubs ergänzt, die etwas zerfranste Skizzensammlung “Are We Nearly There, Yet?” bildeten.
Weltbewältigung in Erinnerungen“A Memory Is Better Than Nothing” heisst nun das neue Album und reiht sich mit dem ebenso banalen, wie naseweisen Titel ein, in die vielen lyrischen Kleinode zwischen bierigen Halbwahrheiten, rüpelhaftem Rumgezetere und ernsthaftem Weltzweiflertum. Stammtisch meets Stooges meets Sartre. Es geht um Erinnerungen, die einem letztlich bleiben. Es geht um das Leben und Denken im Rückblick, bei dem man sich mit zunehmenden Alter immer häufiger ertappt. Grafisch spiegeln sich diese Memories im kindlichen Spielkrempel auf dem Cover wieder. Zahllose konservierte Befindlichkeiten, die man vor sich her schubkarrt. Niedlichkeiten und alte, abgegriffene Spielzeuge, die in dunkleren Momenten seltsame Schatten werfen. Aus dem sonst so kumpelhaften Kuschelteddy wird dann ein stummer, mondlichtfangender Regalbewohner. In die guten alten Zeiten schleicht sich im Rückblick ein Schimmer der Verwaschung und Vergilbung. Die Sorge, die Erinnerung nicht halten zu können, droht in Bedauern umzuschlagen. Dieser Wertumwälzung will Dan Treacy mit seinen Liedern entgegen wirken. Mit heiserer Stimme singsangt und krächzt Dan Treacy sich auf “A Memory Is Better Than Nothing” nun wieder kreativ befreit durch die Täler und Erhebungen seines Lebens. Das zentrale Stück ist vielleicht das kurze “Funny He Never Married” – ein selten so fragiler, gebrochener Gesang Treacys und wankend-süßliche Chöre ziehen hier die Bestandsaufnahme eines vermeintlich gescheiterten Lebens. Dan Treacy weiss wo Syd Barrett wohntMusikalisch ist das Syd Barrett meets Swell Maps meets The Kinks und alle die. Mod-Punk mit folky Akustik-Lofipop, wie ihn die Swell-Maps-Nachfolgeprojekte von Nikki Sudden, Epic Soundtracks und Jowe Head im Independent der 80er auf hohem Songwriterniveau praktizierten. Im gut achtminütigen “My New Tattoo” versuchen sich die Television Personalities an einer Art Progrock-Wälzer. Schrullige Reibeisen-Gitarren über pumpendem Bass-Drum-Gerüst. Darüber Dan Treacys Gesang, wie ein brüllendes, besoffenes Baby. Eine Art “In-A-Gadda-Da-Vida” auf wackligen, verkaterten Beinen. [Filmschnitt und holprige Autorenfilm-Blende zu einer anderen Gruppe]: Die Television Personalities gehören zur Berufsgruppe der Desillusonisten, wie sie Christiane Rösinger mit ihrer Gruppe Britta im Stück “Ex & Pop” mal besang. Die, die das müde rätselnd durch die Welt scharwenzeln zur Kultur erheben. Britta teilen sich mit den Breeders aus Los Angeles nicht nur die Anfangsbuchstaben, sondern ebenso die verschleppte, fröhlich lustlose Art des, von femininen Vocals getragenen, Dahinmusizierens. Kim Deal von den Breeders hatte gar just in diesen Tagen Geburtstag. Eine gute Gelegenheit die lose Geburtstagslied-Rubrik der Sendung wieder zu beleben. Das letzte Album von Britta ist schon ein, zwei, drei, vier Zeiträume her. |
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Christiane Rösinger und die European Rich Kids sind jetzt die neue Superclique aus Berlin. Begleitet wird sie hierbei von Alex Spechtl, auch bekannt von den Wiener Taschenmesser-Poppern “Ja Panik”. Einer ewig nicht mehr aktualisierten Myspace-Seite zufolge waren er und Christian Treppo (heute ebenfalls bei “Ja, Panik), die Zündformation der “European Rich Kids” – was die pluralistische Namensgebung erklärt. Das für irgendwann bald angekündigte Album von Christiane Rösinger & The European Rich Kids kommt sicher irgendwann bald. Bis dahin haben C.R.A.T.E.R.K. immerhin schon ein Stück auf “Berlin Songs Vol. 3″ veröffentlicht. |
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Ich trällere, also bin ich.Es trägt den Namen “Ich muss immer an dich denken” und ist eine Mischung aus Rösinger-like Lakonie und Lateinistik-Einflechtungen der Sorte “cogito ergo sum”. Selbsterkenntnis in Liedform. Aber zurück nach Berlin: Die Reihe “Berlin Songs” versammelt seit mittlerweile drei Ausgaben ein Who-is-Who der gegenwärtigen Anti-und-sonstwie-Folk- und LoFi-Szene Berlins. Verhuschte, verzwirbelte und dahin schrullende Sounds einer Großstadtbohème geben sich dort selbst ein Forum. Vieles davon klingt zeitlos, aber nicht alt. Viele Geister vergangener DIY-Netzwerke scheinen hier auf. Die Rücktragung der neuen Web2.0-gestützten Selbstpromotions- und Selbstvermarktungsfreiheiten in eine analoge Kultur des Rauskloppens von Releases auf Liebhaber-7inches und Lofi-Kompilationen. Die Gebrüder Düne, André Herman und David-Ivar, sind genauso vertreten wie Jeffrey Lewis und Phoebe Kreutz. Lofi-Heroen, deren Ur-Geist irgendwo bei Patty Smith, Underground-Beat-Lyrik und Neo-Hippie-Hipness wurzelt. Ein Blick zurück in die Disko- und Biographien der vertretenen Künstlerinnen und Künstler zeigt, dass die meisten der hier vertretenen bereits Erfahrungsbonusmeilen in diesen behenden DIY-Strukturen gesammelt haben. Vor Jahren mal gab es im Umfeld der Galerie Berlin-Tokyo eine muntere Szene von mehr oder weniger prekären Bohème-Künstlern, Durchwurstlern und Herumscharwenzlern – dazu gehörten unter anderem Doc Schoko, Jim Avignon, Minitchêv und Lutz C. Pramann. Christiane Rösinger selbst gründete zusammen mit Almut Klotz (beide bei den Lassie Singers, danach Britta) 1998 das Label Flittchen Records. Plansetzung damals war “die monogeschlechtlichen Strukturen der Musikbranche geduldig zu sabotieren und super Bands, die durchs Indie Raster gefallen sind oder die noch keiner kennt, groß rauszubringen” - so las es sich damals auf der Labelwebseite flittchen.de. Musikalisch tendierte man eher in Richtung “unversöhnter Schlumpfpop als Elektrojazz” (ebenda). Inaugural-Release war damals der, seinen Anspruch im Titel selbst erklärende Sampler “Stolz & Vorurteil – A compilation of Female Gesang, Gitarren und Elektronik”. Neben Barbara Morgenstern, Greta Schloch, Stereo Total und den Pop Tarts (DIE deutschsprachigen Breeders eigentlich!) enthielt er auch ein Stück der entzückenden Märchenwald-Flötistinnen Vermooste Vløten. Flittchen Records sorgte kurz darauf für die Tonträgerwerdung ihres zweiten Albums “Ngongo”. |
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Der Underground ist immer noch VelvetEbenso stoisch, wie vielleicht gezwungenermaßen gegen jegliche Öffentlichkeitswirkung von weitreichender Ausprägung pressten und schwurbelten die Vermoosten Vløten vorher bereits auf dem im Selbstvertrieb erschienenen Album “Crankle” und einer 7″ ihre Lofi-Kauzereien in zumeist kurze Songskizzen mit kompositorischer Tiefentristesse. Velvet Underground aus Knete. |
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Vermooste Vløten – ein Name, wie in Regenrinnen gefundene, von Moos umkuschelte Flöten. So umschreibt es zumindest die Legende der Namensfindung. Kein Geringerer als Nikki Sudden (erster Bogenschluss nach oben zu den Swell Maps!) hat hier als Impresario, Produzent und Gastmusiker mitgewirkt. |
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| Nikki und sein Bruder Epic Soundtracks, gründeten in den Siebzigern die Swell Maps. Sie beackerten, den Television Personalities nicht unähnlich, ihre eigene Idee von Punk. Musikalisch resultierte das in halb- bis 8minütigen Stücken zwischen energetischem Punkrock, gehickhacktem Post-Punk, vergrieselten Ambient-Versuchen und legerem Independent-Rock.
Mit “She Sleeps Alone” covern die Vermooste Vløten auf “Ngongo” ein Stück von Epic Soundtracks. Kein anderer als der von den Swell Maps zu den TV Personalities dazugestoßene Jowe Head (außerdem: Palookas, Angel Racing Food et al) steuert hier die Gastvocals bei – womit wir beim versprochenen zweiten Bogenschluss nach oben zu den TV Personalities und auch Swell Maps wären. Stammbaumforschung in schreibfaulem Adel ist ein Klacks gegen all diese Verstrickungen. Hannie Bluum und Libojah Shnukki aka Vermooste Vløten machen Mini-Calypso-Walzeretten aus Tönen wie angetrocknete Tuschkastenfarben und Knetgummi-Pop, der nicht mehr sein will, als der Soundtrack zum Selbstabhub zur “Mir” – so der Titel eines Stückes auf “Ngongo”. |
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[Star-Wars-Wischblende 40 Jahre zurück]: Selbstabhub, Entgrenzung und Eskapismus spielten vor 40 Jahren, in Gruppen wie Can, Amon Düül und Cluster eine wesentliche, oftmals konzeptuelle Rolle.
Seelenjazz und SoundKrautJetzt gibt es mal wieder einen Sampler, der sich der Thematik “Krautrock” widmet. |
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![]() Deutsche Elektronische Musik - Experimental German Rock And Electronic Musik 1972 - 1982 |
Fraktalgeometrischer Irrsinn in den verwaschenen Farben verwirrender Kinderspielzeuge, die in ihrem ungelenken Polyethylen-Futurismus die Fantasie in sandmannhaft traumwandlerische Wallung bringen – so visualisiert die Grafikabteilung bei Soul Jazz den krautrockelektronischen Sound einer “new german music”, – wie es der begleitende Text im Booklet bezeichnet.
Die jüngst erschienene und ebenso betitelte Doppel-CD/LP-Kompilation versammelt nun diverse Deutsche Elektronische Musik aus den Jahren 1972 – 1983. |
| Elektronisches im Sinne von kraftwerk’schem Proto-Techno liefert die Kompilation jedoch kaum. Der Untertitel der Kompilation ergänzt korrekterweise, dass es sich hierbei um experimental german rock and electronic musik im Genaueren handelt.
Klanglich ossziliert dieses Rückblickslehrstück in krautig-psychedelische Soundzeiten zwischen zeitlos experimenteller Klanglandbereisung und alt-analogem Retrofuturismus. Spacegewandter Eskapismus trifft hiesig-irdische Identitätssuche. Klangbeispiele einer Nachkriegsgeneration zwischen Drogenexzess und politischer Neugestaltung auf der Suche nach einem eigenen Sound. Soul-Jazz-typisch ausführlich begleitheftet liest es sich im Booklet des Sampler wie folgt: From this beginning German rock music began an evolutionary journey of experimentation. Electronic music became a pathway to notions of space and the cosmos. Conversely, the emergence of communal living led to a number of musicians setting up live/work spaces in rural areas and developing a ‘pastoral’ outlook, with musical ideas engaged closely with nature. Punk war als Anti-Haltung und musikalische Form noch nicht wirklich erfunden, und mehr als 3 Powerchords wollten die Akteure – zu großen Teilen mit klassisch bis jazzig geprägter Musikervita im Rücken – ohnehin in ihrer Musik untergebracht wissen. Alles NEU! machten (nicht nur) Michael Rother & Klaus DingerAlso: raus in die Natur, rein in die Kommune, rauf auf den Rausch. Monotonie ist eine Strategie. Auf endlosen Tonschleifen summte, fiepte und schneidersitzte man sich ins eigene NEU!. Ganz genau so nannten Michael Rother & Klaus Dinger ihr Anfang der 70er gegründetes Projekt, das – ebenso wie andere Vertreter dieser Szene – wichtige Grundlagenarbeit für das leisten sollte, was sich später zu Noise, Industrial, Ambient und allgemein experimenteller Instrumentalmusik entwickeln sollte. |
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| Das “Hallogallo” ihres ersten Albums ist hier ebenso vertreten, wie die üblichen Verdächtigen von Can mit ihrem angehetztem Improv-Krautfunk über Tangerine Dream bis hin zu der Wald- und Wiesen-Melancholia von Roedelius und den beharrlich pluckernden Synthetik-Oszillaten von Cluster.
Die Stuttgarter Space-Rockfolker Gila machten damals schon das, was man heute gern als Neo-Folk bezeichnet. Holzig, verhallt und sphärisch schießen hier die Klänge ins All. |
![]() Michael Karoli & Malcolm Mooney von Can |
| Ähnlich im Geist, aber ganz anders, nämlich noisig psychedelischer und letztlich im Grunge verwurzelt, musizieren Bardo Pond.
Die ewig nach genialischer Schülerband-auf-Drogen klingenden Psych-Improvisateure haben ihr Debutalbum “Bufo Alvarius” von 1994 neu gemastert und jüngst wieder veröffentlicht. Die Urzündung der Formation aus Philadelphia wird hier nochmal auf Tonträger erfahrbar gemacht. Valiumwalzernd verschlepptes Zeitlupen-Gerumpel mit Fuzz-Verzerrern, in die es vermutlich schon mehrmals reingeregnet hat. Der Gesang von Isobel Sollenberger, irgendwo alternierend zwischen einer kraftlosen Janis Joplin, einer ansatzweise wütenden Hope Sandoval und müde miauendem Gekatz, ist irgendwo hinter der halb jammenden, halb schlafenden Band erahnbar. Kurz: wunderschön zeitenthobenes Prog-Psych-Gegniedel, das mit behutsamer Nachlässigkeit die Farben in den Tönen untersucht und umspielt und die Trommelfelle batikt. File under: Stoner-Shoegaze, Lofi-Drones, Psych im Schlafrock. Mondsucht im FantasialandNoch eine Spur bedrogter und eine Solche gar im Namen tragend sind die Acid Mothers Temple & The Melting Paraiso U.F.O. Unaufhörlich destilliert das Gespann aus Japan unzählbare Tonträger aus ihren ozeanischen Visionen von Soundgewitterwelten heraus. Alles zumeist stark limitiert in der Auflage. Alles zumeist stark unlimitiert im psychedelischen Horizont. Töne, wie gemacht von ascheweissen Einhörnern auf Gebüschflucht. Musik wie von formwandelnden, körperlosen Zwischenwesen und ausser Kontrolle geratenen, mondsüchtigen Fantasialandexponaten, die hier als Geister durch die Großhirnrinde wehen. Apokalyptisches Aufseufzen von Störgeräuschen. Schreiende Kettensägen am Stiel, Flugzeugturbinen im Reverse-Loop, Synthesizer, die sich selber nicht verstehen. “From 0 To Infinity” heisst ein neues Machwerk. 4 Stücke á 18 Minuten. Vier Rundreisen in sumpfigen Dronekontinenten. Trommelfelle werden hier nicht nur gebatikt, sondern als semi-permeable Vorbewusstseins-Schranke der Akustik neu gestrickt. Soviel zur kurzen Einführung …
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| Zonic Radio Show Nord Stammtisch meets Stooges meets Sartre. Do. 08. Juli 2010, 20 Uhr – radio 98eins |
Es war einmal ein Tag, da wollten sich alle Tiere der Natur zu einer Versammlung treffen.
Aber es war noch früh, da taten die Tiere lauter ungewöhnliche Sachen.
Der Hund Flash fuhr mit einem vierundsiebziger Rolls Royce durch die Gegend.
Die Ziege versuchte den Spiegel zu befragen: “Spieglein, Spieglein in meiner Hand, wer ist die Schönste von ganzen Land?”.
Aber der Spiegel blieb stumm.
Die Katze wollte Skateboard fahrende Fische angeln.
Das Pferd saß in einem Schaukelstuhl aus dem Jahre neunzehnhundertzweiunddreißig und sah zu, wie die Katze angelte.
Nach einer Weile sprach es zu der Katze: “Was angelst du denn dauernd? Da beißt doch sowieso keiner an.”. Die Katze erwiderte: “Ach was weißt du schon. Wenn Flash immer so einen Krach macht, kann so keiner anbeißen.”.
Der Esel las die Bremer Stadtmusikanten, weil er selbst dabei war.
Und die Kuh saß im Baum und wartete auf die Versammlung.
Ja, sie sind schön verrückt, diese Tiere.
2. NiederschriftMartin H., Klasse 4C
7. 1. 1992
![]() Carsten "Erobique" Meyer & Jacques "Heiner Ebber" Palminger |
“Endlich Mai. Das milde Grün erfrischt mir meine Auuugen. Ein schriller Schrei. Der Sommer kommt. Nun kann ich’s glauuuben.”
… so begrüßt Frank Eichhorn im “Mauerseglerlied” auf der dritten Ausgabe der von Erobique und Jacques Palminger präsentierten “Songs for Joy” den aktuellen Wonnemonat. |
| Nun, da sich dieser seinem Ende entgegen neigt, ist es natürlich höchste Eisenbahn ihn zu begrüßen. Macht alle mit! Hallo lieber Mai, da bist du ja. Schau! Die Mauersegler verstecken sich in ihren geheimen selbstgespeichelten Nestverstecken oder hängen noch im Süden fest, die Gehwegschnecken schleichen eilig ins Randgestrüpp und Kinderwagen mit Vollverdecken stehen lustig vor dem Rossmann. Muttis Kleingeldbörse klimpert an der Kasse. Auch die Frösche sind jetzt wieder da, im botanischen Garten, im Tümpel dort. Endlich Mai. Über Frank Eichhorn selbst ist nicht allzu viel in Erfahrung zu bringen. Er ist einer der vielen Amateure, die ihre Texte zusammen mit einer versierten Neo-Chanson-Clique im Rahmen des Songs for Joy-Projektes aufgenommen haben. Im Brinkmannzimmer des berliner Maxim Gorki Theaters standen Carsten Meyer alias Erobique und Jacques Palmiger alias Jacques “Heiner Ebber” Palminger zusammen mit Recording-Ass Christoph Dietermann bereit um die Lieder zu vertonen, die die Leute mitbringen. Spontan und aus dem Bauchbrustherzen heraus wurden da Gedichte und Gedichtversuche, Lieder und Liedchen, die jeder mal geschrieben hat, oder geschrieben haben wollte, mit der Band vor Ort ausgearbeitet und aufgezeichnet. Dieser Spaß geht zurück auf die Tradition der Song Poems. Dass dabei nicht nur squeezy-verdrehter Trash rauskommen muss, der dann zu “Outsider Music” hochverklärt wird, oder schlicht ein staubiges, unbeachtetes Kaumdasein in den Regalen der verantwortlich zeichnenden Hobbymusiker selbst führt – das haben sich Palminger und sein pal Meyer (pal heisst soviel wie “Kumpel”, toll, oder?!) auf ihre musikalischen Grübler-Gestirne geschrieben und nun mittlerweile schon drei “Songs for Joy”-Alben zusammengestellt. Total unhip. Total schön. Ehrlich total echt. Von diesem ausgehend wird sich in der diesdonnerstäglichen Zonic-Maibowle dann leger und flott von Curtis Mayfield bis Andreas Dorau gejähtet, als gelte es ein besonders schönes Blumenbeet herzurichten. |
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Endlich Mai. Nachbarschaftsgartenpreis 2010. Songs für Joy – Lieder mit Gemütlichkeit, Niedlichkeit und Wohngeldbescheid. Ein mildes Potpourri ungefährlicher Lieder für die nieselnebligen Regentage. |
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| Zonic Radio Show Nord Endlich Mai. – Songs für Joy. Lieder mit Gemütlichkeit, Niedlichkeit und Wohngeldbescheid. Do. 20. Mai 2010, 20 Uhr radio 98eins Playliste gibt’s afterwards hier drunter. |
Rainald Goetz erklärt wie das jetzt alles so ablaufen soll, sein Instore-Lesenachmittag im neuen berliner Suhrkamp-Regenbogenlandspielbuchladen. Regelrecht zettelonkelnd. Ohne sprechkäsehafte Literatenbräse, ohne popkäsigen Lustigkeitszynismus. Ganz begeistert von seinen und den Büchern und dem was er da macht schlicht.
Bei Harald Scmidt letztens war er auch so supernett schon.
Loslasbern.
Zettelonkel.
Celebration Kulturschickedanz. Irre.
Sensationell toll.
Alles mit schärfstem S natürlich.
Liebe Medienpartner,
liebe Brotbelagheimpflanzer mit Faible für’s Journalistische,
wir, als Bundeskressestelle möchten uns an dieser Stelle herzlichst für Ihr anhaltendes Interesse an unserer Kressearbeit bedanken.
Seit Jahr und Tag beliefern wir sie nun mit aktuellen, informativen und, wie wir selbst hoffen, sachlich gut sortierten Kresseinformationen. Ihrer völligen Reaktionslosigkeit auf unser unablässiges Bombardement mit Kressemitteilungen entnehmen wir, dass sich ihre Haltung unserer Institution gegenüber in den Refugien der absoluten bis gleichgültigen Zufriedenheit abspielen muss.
Als besonderer Hinweis sei an dieser Stelle ein ausführlicher Dank an die Kresse-Kreativen in unserem Haus gerichtet. Die grünen Kraushaare mit dem Wirsingkopf, wie wir sie liebevoll nennen, aus deren Büroboxen an besonders warmen Tagen ein würziger Geruch die gesamte Kresseredaktion durchdringt, sorgen unablässig für einen nie versiegenden Strom an Information.
Information ist ja, wie sie sicherlich wissen, in unserer Zeit ein genauso hohes, wie auch ebenso teures Gut. Zwischen dampfend-betörender Abenteuerlust und dem weidefrischen Duft gerade eben abgesetzter, noch warmer Kaninchenköttel erinnert uns dieses Kresse-Parfüm jeden Tag aufs neue daran, dass unsere arbeit als Diener des Kressewesens auch heute noch von gesteigerter Wichtigkeit ist.
Wie die Hebamme zur Gebärenden möchten wir uns und auch Ihnen an dieser Stelle Mut zu zukünftiger Kooperation machen: “kressen, sie müssen kressen!”.
Aus gegebenem Anlass findet an irgendeinem Tag, an irgendeinem Ort eine Kressekonferenz statt, zu der wir sie herzlich einladen.
Für kalte Getränke und ein kleines Buffet ist gesorgt. Hartgekochte Eier für die anschließende Zugfahrt zum Bundeskressearchiv sind selbst mitzubringen. Für das frivole Kressetopping sorgen wir.
Um Anmeldung wird bis zum St.-Nimmerleinstag gebeten.
Auf Wunsch stellen wir ihnen für den nichtgenannten Tag eine persönliche Kresseakkreditierung aus.
mit freundlichen Grüßen.
Der Bundeskressesprecher.
… entfloh mir gestern dort als comment:
juchuu, endlich saufen mit grund. wat is das schön. mal so richtig high-life wie in der bier- und kräuterbutter-werbung. heute darf auch der größte blödmann ein gourmeggle sein.
draussen im grünen mal den sack baumeln lassen, den man sonst so ungelenk durch das eigene blödmann-leben schleift.
gleichschaltung durch schnapsgürtel, radschmuck und völliger besinnungslosigkeit. heute sind wir alle eins. nicht immer nur leute auf dem ryckweg aus eigenem frust vom rad schubsen, nein – heute hat alles so eine kumpelhafte tönung.
am herrentag haut man sich den bauch mit bier voll und den kumpels mit der pranke auf die schulter.
kalle, fiete, bernd und torben fahren ziellos durchs grüne, während ihre gattinnen schon mal die salatplatte herrichten.
den grill schmeissen die jungs natürlich selbst an. und nimm das gemüse von meinem grill du sau, ich fress nur totgemachtes. “die vegetarier fressen meinem essen das essen weg” – in social communities lernt man coole langsatz-griffigkeiten für alte feindbilder.
richtig kerlig. ich bin ein keiler, du kaninchen. der gilette fusion wm-gedenkrasierer liegt stolz unter dem angegilbten plaste-badschrank im einfallslosen verlobten-domizil. er war noch niemals in new york.
torben ist heute wieder etwas ungelenk am rad und fährt krummbucklig vorne weg. eine halbverdorbene blume im revers seines beuligen jackets.
kalle, fiete und bernd finden allein schon seinen namen ziemlich ungelenk. ihnen fällt aber kein passender spitzname für ihn ein. torben ist immer seltsam still, wenn sie alle durcheinander ganz laut irgendwas brüllen. so, als hätte torben ein buch oder sowas gelesen. sie schreien dann noch lauter, um diesen gedanken zu verdrängen.
vielleicht war torben ja schon in new york, denken sie, während er in der tankstelle neues bier für alle holt.
von den kremsern kotzen die altherren in die nachbargärten. sie machen witze über pferdehintern und prosten den geschmückten rädern am straßenrand zu.
hin und wieder liegen leute im graben. man weiss nicht, ob sie auf der flucht sind oder ob es die heimkehr der versehrten ist. ob sie sich ausruhen, oder ihnen gerade das prinzip der verzweiflung anheim fällt.
so wie im urlaub der eigene alltag plötzlich in die ferne rückt und einem wie ein altes, fremdes foto unwirklich wird.
unter der eltern-pagode bricht einem der gartenstuhl unterm hintern weg. alle lachen. keiner kann mehr gerade aus schauen. es ist 12 uhr mittags. einer wird heute noch mit der nachbarskatze fussball spielen. ein anderer reisst im wahn das waschbecken aus der wand.
endlich herrentag. der muss ganz doll begangen werden. so doll, dass man bis zum nächsten jahr genug herrenhafte reserven hat.
aber bald ist ja schon wieder fussball-wm. ich sehe sie schon mit der gesichtstönungs-creme ihrer freundinnen im, etwas befremdlichen, afrika-verbrüderungs-taumel auf dem marktplatz.
| Zonic Radio Show Nord Nordischer Klang Pt. 2 Do. 13. Mai 2010, 20 Uhr radio 98eins Playliste gibt’s afterwards hier drunter. |
| Vom 6. bis 15. Mai findet in Greifswald zum 19. Mal der Nordische Klang statt. Das Kulturfestival will den Sound des nordeuropäischen Raumes in die Hansestadt holen.
Das heisst natürlich erstmal, wie so oft: Jazz, Jazz, Jazz. Denkt man, etwas weiter westlich, an Island und seine jüngere Popmusik, so denkt man an knarzig folk-verschalte Schrulligkeiten zwischen zieselisiertem Pling Plang a la Múm und den schwebend-überbordenden Rosenhonig-Wasserfällen der Sorte Sigur Rós. Die Genannten prägten in den vergangenen Jahren einen neuen, jungen Island-Sound. |
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Mitte der achtziger Jahre waren dafür die Sugarcubes (isl.: Sykurmolarnir) zuständig. Verhuscht und catchy verdrahtete die Gruppe niedliche Moos-Musikalismen mit verwehten The Cure -- Gitarren, fancy Twee-Pop-Anleihen und dem Spieluhrgesang der frühen Björk. Wer sich nach einem, in Quadratform gepressten, Allround-Geschmackspimpstoff benennt, kann ja nur süß sein! |
| Süß ist auch der blondgelockte Tropicalia-Lofidelic-Nerdism den Uje Brandelius aka Doktor Kosmos zwischen Kraftwerk und Onkel Egon an der Alleinunterhalter-Orgel ineinander spinnt. Sein 1996er Album mit dem loungy-legeren Titel “Cocktail” enthält Titel wie “Elevator Bossa”, “L.S.A.T.T (Lazy Sunday Afternoon table-tennis)”, “Rocktail to Elvis” und “Holiday”. File under: Retroromantischer Spaceage-Pop mit Kinderzimmer-Beatbox. Letztgenanntes Stück präsentiert sich in Videoform wie folgt:
Mehr bitter und sperrig als überzuckrig im Klangbild präsentieren sich die Finnen Pan Sonic. Mika Vainio und Ilpo Väisänen verkoppeln in ihren Industrial-Techno-Skelletten minimale Strukturen mit minimalen Sounds. Sinewaves, Störgeräusche und bauchmumpfiges Gebrumme. Klar, dass da von den Einstürzenden Neubauten über Ryuichi Sakamoto bis zu Sunn O))) allerhand Kollaborateure mit ins Boot geholt werden und so zahlreiche Remixe und Zusammenarbeiten seit Bandgründung 1993 entstanden. So z.b. auch zwei Alben zusammen mit Alan Vega von Suicide. |
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| Weniger bauchmumpfig, vielmehr schon strauchsumpfig scheint der Sound von Hildur Gudnadottir und Dirk Dresselhaus in ihrem gemeinsamen Projekt Mr. Schmuck’s Farm durch ambient-organische Soundlichtungen zwischen pluckerndem Zirpfolk und borkigen Drones.
2007 bildeten sie die Vorband für Pan Sonic (sic!) und Keijo Haino in der Berliner Volksbühne. |
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| Verschrullt und knarzig brüllt Mugison, der bürgerlich Örn Elías Guðmundsson heisst, aus dem 200-Seelen-Nest Súðavík seinen burlesken Holzfass-Kauzrock in die Welt. Sein erstes Album “Lonely Hearts” erschien 2003 bei Matthew Herberts Label Lifelike. Klar, dass da noch eine Remix-12″ folgte. Phill Pharnell, Melvin Gibbs und Arto Lindsay beackern darauf Mugisons staubige Felder.
Aus Dänemark schießt Pascal Terstappen, musikalisch operierend als Applescal, seinen knisternden IDM-Ambient in die Tanzflure und -felder. In fluoreszierenden Klangfarben schrauben sich dort Weisses Rauschen, Glitch-Beats und retrofizierte Synthesizer zwischen Emerson, Lake & Palmer und M83 ineinander. Sein zweites Album “A Mishmash Of Changing Moods” ist jetzt via Traum Schallplatten aus Köln erhältlich. |
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Dieser junge Mann ist Stephan Kozalla. Herr Kozalla hat es zu etwas gebracht. Herr Kozalla kann es sich erlauben mit seinen Schnürschuhen Schallplatten zu scratchen. |
| DJ Koze - der Kuppler zwischen Aphex-Twin und Frank Zander. Die Humoreske unter den Tanzflur-Wälzern. Das Zitronengesicht unter den Patternschiebern. Als Swahimi hat er letztens für die kopenhagener Housemänner Lars Gregers und Simon Damborg aka Blagger geremixt.
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| Als ein “tall, blond swedish pixie that sees herself more as a goblin sometimes” bezeichnet sich Kristina Hanses. | |
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Ihr Debutalbum trägt -- wie das Erstlingswerk von Björk -- schlicht den Titel “Debut”. Okay, langweilige Information. Andere Information: Bei der “amSTART”-Gala der ebenso benannten Musik/Texte/Konzerte/Künstler-Agentur von Ran Huber (ehem. Drummer bei den Sitcom Warriors) hatte sie Gelegenheit ihren verhuscht-verwegenen Girlie-Freakout-Pop im Ballhaus Ost vor Berliner Publikum darzubieten. Das tat sie mit Loopmachine, einer Rose im Knopfloch und ganz viel Tanz. Wirbelwind, Wunderkind, Weissdergeier. In jedem Fall simple und sehr charming, puristische Lieder. |
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Die erste Sonderausgabe der Zonic Radio Show Nord zu Nordischen Klängen strickt aus Zuckerschoten und Disteln einen bunten Kessel Blumensträusse und wirft ihn in den Äther. Zonic Radio Show Nord Do. 06. Mai 2010, 20 Uhr radio 98eins Playliste gibt’s afterwards hier drunter. |


























